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Schlagwort-Archive: René Girard

Eine konservative Politikerin hat jüngst vor der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben gewarnt, da man diese altehrwürdige Institution dann auch für weitere Formen der Partnerschaft – wie z.B. zwischen engen Verwandten oder zwischen mehr als zwei Partnern – öffnen müsse. Die daraus entstandene hitzige Debatte um die „Homoehe“ als potenzielle Gefährdung einer traditionellen Institution zeigt in nuce das Dilemma des Institutionellen ganz allgemein, das der Mimetischen Theorie René Girards zufolge als eine Fortsetzung des Sakralen verstanden werden kann. Es stellt in Übereinstimmung mit dem bekannten Bibelwort den Versuch dar, „den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben“, d.h. es ist gleichzeitig ein Mittel gegen die Gewalt und trägt diese in sich, wie es die Doppelbedeutung des lateinischen Wortes sacer – heilig/verflucht – suggeriert.
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Alfred Hitchcocks Meisterwerk Vertigo ist die Geschichte einer zerstörten Illusion. Mit seiner Demaskierung des romantischen Liebesideals könnte der Filmregisseur ebenso als Kronzeuge für die mimetische Theorie René Girards dienen wie die von Girard zu diesem Zwecke herangeführten Autoren der Weltliteratur. Die Unterscheidung zwischen „romantischer Lüge“ und „romanesker Wahrheit“, die Girard in seinem frühen Werk Mensonge romantique et verité romanesque aus dem Jahr 1961 trifft, lässt sich wie eine Folie über Hitchcocks drei Jahre zuvor entstandenen Film legen.
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Der Offenbarungscharakter des Christentums besteht darin, den Menschen die Wahrheit über die Mechanismen menschlicher Gewalt zu enthüllen und Ihnen dadurch einen Weg der Versöhnung zu weisen. So René Girard in seiner Mimetischen Theorie. Die Schilderung der Kreuzigung in den Evangelien hält den Menschen einen Spiegel vor und zeigt ihnen ihre Bösartigkeit. Deshalb heißt es bei Johannes: „Euch kann die Welt nicht hassen, mich aber hasst sie, weil ich bezeuge, dass ihre Taten böse sind“ (Joh 7,7). Ein zentraler Bestandteil des Christentums ist daher die Idee der Umkehr. „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“ fordert Jesus im Markus-Evangelium. Umkehr ist gleichbedeutend mit Buße, und so wird die zitierte Bibelstelle auch übersetzt mit „Tut Buße und glaubt an das Evangelium“.
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