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Archiv für den Monat November 2011

Offenbar ermordete ein Neonazi-Trio aus Jena zwischen 2000 und 2006 in unregelmäßigen Abständen und in scheinbar beliebigen Orten neun Kleinunternehmer, die alle einen türkischen oder griechischen Migrationshintergrund hatten. Nach dem Selbstmord der zwei männlichen Terroristen und der Festnahme ihrer mutmaßlichen Komplizin beschäftigt sich Deutschland vor allem mit dem Versagen der Geheimdienste und der Polizei, die jahrelang eine falsche Fährte verfolgten und vor allem im Bereich der organisierten Kriminalität ermittelten. Was sind aber die Wurzeln terroristischer Gewalt? Was treibt die Attentäter an? Erst im Sommer dieses Jahres hatte der Norweger Anders Breivik ein Massaker in einem Jugendcamp der norwegischen Arbeiterpartei angerichtet. Kann die mimetische Theorie René Girards zum Verständnis solcher Gewalttaten beitragen?
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Am 6. Oktober 2011 berichtete Angelika Franz bei SPIEGEL ONLINE von der Entdeckung einer neuen Moorleiche in Irland. Es handelt sich dabei offenbar um einen König aus der Keltenzeit, der seinen Verletzungen zufolge auf grausame Weise umgebracht worden war. Zuvor hatte es bereits ähnliche Funde gegeben. Warum aber haben die Kelten ihre Oberhäupter getötet? Franz befragte dazu einen Mitarbeiter des Irischen Nationalmuseums. Dieser stellte die folgende These auf: Die Kelten sahen in ihren Königen Stellvertreter der Sonne. Die Sonne stellte den männlichen Gegenpart zur weiblichen Erde dar. Das hieß, dass die Könige aus Sicht der Kelten im Prinzip mit der Erde „verheiratet“ waren. Man habe angenommen, dass im Winter die Erdgöttin alt und gebrechlich geworden sei und zur Revitalisierung einen neuen Gatten benötigte. Dies habe die Tötung des alten und die Einsetzung eines neuen Königs notwendig gemacht.
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Dieses Blog widmet sich dem Denken des Literaturwissenschaftlers, Anthropologen und Religionsphilosophen René Girard. Begegnet bin ich seinem Werk in den 1990er Jahren als Student der Anglistik und Amerikanistik. Vor allem in den USA gab es einen regelrechten Boom theoretischer Fragestellungen in den Literaturwissenschaften. Es dominierte der Poststrukturalismus, der den Strukturalismus abgelöst hatte. Im Zentrum der theoretischen Debatten standen das Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit und die Frage, inwieweit das menschliche Denken durch sprachliche Strukturen bestimmt wird.
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